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Bewässerung winterfest machen: So übersteht Ihre Anlage den Frost
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Der häufigste Winterschaden an Bewässerungsanlagen hat immer dieselbe Ursache: Wasser, das im Herbst in den Leitungen geblieben ist. Beim Gefrieren dehnt es sich aus und sprengt, was ihm im Weg steht – Rohre, Ventile, Regnergehäuse. Ärgerlicherweise wird der Schaden meist erst im Frühjahr bemerkt, wenn die Anlage starten soll und irgendwo Wasser austritt, wo keins hingehört.
Deshalb gehört das Einwintern zum festen Pflegeplan jeder Anlage, und zwar bevor die ersten Nachtfröste kommen. Der sicherste Weg ist das Ausblasen mit Druckluft: Ein Kompressor kommt an die Anlage, dann wird Zone für Zone geöffnet, bis aus den Regnern nur noch Luft kommt. So bleibt kein Restwasser in Leitungen, Ventilboxen oder Versenkregnern zurück.
Wie das im Einzelnen abläuft – vom Absperren der Wasserquelle bis zur Frage, was das Steuergerät im Winter macht –, gehen wir hier der Reihe nach durch.
Wann sollte die Anlage eingewintert werden?
Vor dem ersten richtigen Nachtfrost – das ist die einzige Regel, die zählt. In Brandenburg und Sachsen heißt das in der Regel zwischen Mitte Oktober und Mitte November, je nach Wetterlage auch früher. Ein einzelner leichter Bodenfrost richtet an einer Anlage mit Restwasser oft noch keinen Schaden an, aber wer sich darauf verlässt, spielt Lotterie mit seinen Ventilen. Sobald die Saison vorbei ist und der Garten kein Wasser mehr braucht, gibt es schlicht keinen Grund, das Einwintern aufzuschieben.
Warum reicht die Verlegetiefe nicht als Frostschutz?
Die PE-Rohre einer Bewässerungsanlage liegen in ca. 30–40 cm Tiefe. Im Alltag schützt das gut – in einem strengen Winter dringt der Frost aber deutlich tiefer in den Boden ein. Und selbst wenn die Rohre sicher lägen: Versenkregner, Ventilboxen und Anschlussstellen sitzen konstruktionsbedingt dicht unter der Oberfläche. Denen hilft keine Verlegetiefe.
Einfach nur das Wasser abzudrehen genügt deshalb nicht. In Leitungen und Regnern bleibt Restwasser stehen, das beim Gefrieren nirgendwohin ausweichen kann. Genau dieses Restwasser holt das Ausblasen heraus.
Schritt für Schritt: die Anlage mit Druckluft ausblasen
- Wasserzufuhr absperren. Der Kugelhahn zwischen Wasserquelle und Anlage wird geschlossen, bei Brunnen oder Zisterne zusätzlich die Pumpe abgeschaltet.
- Leitung entleeren. Entleerungsstellen am tiefsten Punkt der Anlage öffnen, damit das Wasser aus der Hauptleitung abfließen kann.
- Kompressor anschließen. Die Druckluft wird hinter dem Absperrhahn in die Anlage eingespeist. Wichtig: mit moderatem Druck arbeiten und den Druck am Manometer im Blick behalten – zu viel Druck ruiniert Ventile und Regnerdichtungen schneller als jeder Frost.
- Zone für Zone öffnen. Am Steuergerät wird eine Zone nach der anderen manuell gestartet. Die Regner fahren aus, erst kommt ein Wasser-Luft-Gemisch, dann feiner Nebel, dann nur noch Luft. Dann ist die Zone leer.
- Kurz, dafür mehrfach. Jede Zone lieber zweimal kurz ausblasen als einmal lang: Ohne Wasser als Kühlung werden drehende Regnergetriebe schnell heiß.
- Ventile und Ventilbox prüfen. Die Magnetventile bleiben nach dem Ausblasen in Ruhestellung; die Box sollte trocken sein und der Deckel dicht schließen.
Bei einer typischen Anlage mit mehreren Zonen ist das Ganze in unter einer Stunde erledigt – vorausgesetzt, der Kompressor taugt etwas. Und da liegt in der Praxis der Haken: Ein kleiner Baumarkt-Kompressor bringt zwar Druck, aber oft zu wenig Luftvolumen, um lange Leitungen wirklich leer zu drücken. Es zischt dann eindrucksvoll, das Wasser bleibt trotzdem drin. Deshalb übernehmen wir das Einwintern für viele unserer Kunden als festen Servicetermin im Herbst.
Was passiert mit dem Steuergerät im Winter?
Um das Steuergerät selbst müssen Sie sich keine Sorgen machen: Es enthält kein Wasser und hängt geschützt in Garage, Schuppen oder Hauswirtschaftsraum. Zwei Möglichkeiten:
- Programm ausschalten: Am Gerät wird der Modus „Aus“ (bzw. „Rain Off“) gewählt. Die Programmierung bleibt gespeichert, es werden nur keine Ventile mehr angesteuert. Im Frühjahr genügt ein Dreh zurück auf „Betrieb“.
- Vom Strom trennen: Geht auch. Moderne Geräte behalten ihre Programmierung dank interner Speicherung.
Entscheidend ist nur eins: Das Steuergerät darf im Winter keine Zonen mehr starten. Eine leer geblasene Anlage, deren Pumpe trotzdem anläuft, kann Schaden nehmen.
Pumpe, Brunnen und Zisterne nicht vergessen
Wer seine Anlage aus einem Brunnen oder einer Zisterne speist, muss auch die Pumpentechnik einwintern. Oberirdisch installierte Pumpen und Druckkessel werden entleert oder in ein frostfreies Quartier gebracht; bei Tauchpumpen im Brunnen genügt es meist, die Steigleitung zu entleeren. Und denken Sie an Wasserfilter und Wasserzähler im Außenbereich: Dort sammelt sich gern unbemerkt Restwasser – und genau solche vergessenen Ecken liefern im Frühjahr die bösen Überraschungen.
Typische Fehler beim Einwintern
- Zu spät dran: Nach der ersten Frostnacht kann der Schaden schon passiert sein. Das Einwintern gehört in den Oktober, nicht in den Dezember.
- Nur entleert, nicht ausgeblasen: Das Gefälle in den Leitungen reicht selten, um alles Restwasser loszuwerden – in Regnern und Ventilen bleibt immer etwas stehen.
- Zu hoher Druck beim Ausblasen: Mehr hilft hier nicht mehr. Dichtungen und Ventilmembranen halten länger, wenn mit Augenmaß gearbeitet wird.
- Ventilbox übersehen: Ein undichter Deckel lässt Regenwasser in die Box laufen. Gefriert es dort, leiden Verkabelung und Ventile.
Richtig eingewintert übersteht eine Bewässerungsanlage jeden Winter – die unterirdische Technik ist auf Jahrzehnte ausgelegt, der Frost holt sich nur das Wasser, das man ihm stehen lässt. Wie so eine Anlage insgesamt aufgebaut ist, lesen Sie auf unserer Seite zur automatischen Gartenbewässerung. Und wenn Sie das Thema lieber abgeben möchten: Wir übernehmen das Einwintern im Raum Cottbus, Berlin und Dresden – mit dem richtigen Gerät und auf Wunsch jedes Jahr als fester Termin.