Blog

Bewässerung nachrüsten im bestehenden Garten: Muss der Rasen raus?

Inhalt
  1. Die Grabenfräse: schmaler Schlitz statt offener Graben
  2. Beete, Hecken, Wege: Was im fertigen Garten anders ist
  3. Ablauf: vom Aufmaß bis zur laufenden Anlage
  4. Was die Nachrüstung kostet
  5. Wann die Nachrüstung nicht der beste Weg ist

Die häufigste Sorge, die wir am Telefon hören, geht ungefähr so: „Unser Garten ist fertig, der Rasen ist schön – wir wollen ihn nicht wieder aufreißen lassen.” Das ist verständlich und in fast allen Fällen unbegründet. Eine automatische Bewässerung lässt sich in einen bestehenden Garten einbauen, ohne dass der Rasen neu angelegt werden muss. Der Unterschied zum Neubau liegt im Werkzeug und in der Planung, nicht im Ergebnis.

Wie das aussieht, sehen Sie auf unserer Seite Referenzen: Die meisten Anlagen dort sind in Gärten entstanden, die schon Jahre alt waren.

Die Grabenfräse: schmaler Schlitz statt offener Graben

Beim Neubau wird die Leitung in einen offenen Graben gelegt, weil ohnehin alles offen ist. Im bestehenden Rasen arbeiten wir mit einer Grabenfräse. Die Maschine schneidet einen etwa fünf Zentimeter schmalen Schlitz in den Boden, rund 30 bis 40 Zentimeter tief. Das PE-Rohr kommt hinein, der Schlitz wird geschlossen, die Soden werden angedrückt. Von oben sieht man eine dünne Linie im Rasen. Nach zwei bis drei Wochen ist sie zugewachsen, nach einem Monat weiß niemand mehr, wo die Leitung liegt.

Der Rasen bleibt also stehen. Was bewegt wird, ist nur der Boden entlang der Leitungswege, und die planen wir vorher so, dass sie möglichst kurz sind und an den Rändern verlaufen. Für die Regner selbst genügt ein kleiner Aushub im Durchmesser eines Blumentopfs: Der Regnerkörper sitzt danach bündig im Rasen, gemäht wird darüber hinweg.

Beete, Hecken, Wege: Was im fertigen Garten anders ist

Beete und Hecken bekommen Tropfleitungen. Die liegen nicht tief im Boden, sondern flach unter Mulch oder Vlies an der Oberfläche – im bestehenden Beet lassen sie sich zwischen den Pflanzen verlegen, ohne Wurzeln zu stören. Bei alten Gehölzen führen wir Leitungen im Abstand zum Stamm und um den Wurzelbereich herum, nicht hindurch.

Terrassen, Wege, Einfahrten sind die eigentliche Herausforderung. Eine Leitung muss unter dem Pflaster hindurch, wenn der Rasen auf beiden Seiten liegt. Bei kurzen Strecken schieben wir das Rohr in einer Bohrung unter dem Weg durch; bei breiten Einfahrten hilft ein Hüllrohr, das wir mit einer Erdrakete oder einer Spülbohrung durchziehen. Pflaster aufnehmen müssen wir selten, und wenn, dann nur ein paar Steine, die am Ende wieder an ihrem Platz liegen.

Die Wasserquelle ist bereits da, meist ein Außenwasserhahn. Von dort führt die Hauptleitung zur Ventilbox, die wir an einem unauffälligen Platz im Beet oder am Rasenrand versenken. Das Steuergerät hängt in Garage oder Schuppen; für die Verbindung zur Ventilbox braucht es ein Steuerkabel, das im selben Schlitz liegt wie die Leitung.

Ablauf: vom Aufmaß bis zur laufenden Anlage

Bei der Nachrüstung ist die Planung wichtiger als beim Neubau, weil wir mit dem arbeiten, was da ist. Beim Aufmaß messen wir Druck und Durchfluss an der Wasserquelle, teilen den Garten in Zonen ein und legen die Leitungswege so, dass sie den Bestand schonen. Sie bekommen danach ein Angebot mit festem Preis.

Die Montage selbst dauert in den meisten Gärten einen bis zwei Tage. Am ersten Tag fräsen und verlegen wir, setzen Regner und Ventilbox; am zweiten Tag folgen Steuergerät, Verkabelung, Einstellung der Wurfbilder und die Einweisung. Am Abend läuft die Anlage. Was bleibt, sind die dünnen Linien im Rasen und die Empfehlung, die Fläche in den ersten zwei Wochen etwas mehr zu wässern – was die neue Anlage von selbst erledigt.

Was die Nachrüstung kostet

Die Nachrüstung ist nicht teurer als der Einbau beim Neubau – die Grabenfräse ersetzt den Bagger, die Regner und die Steuerung sind dieselben. Was den Preis bestimmt, ist wie immer die Anlage selbst: die Zahl der Zonen, die Größe der Rasenfläche, die Zahl der Beete mit Tropfleitung und die Wasserquelle. Eine komplette Anlage mit Hunter-Technik beginnt bei uns bei etwa 3.000 Euro; was den Preis nach oben oder unten bewegt, haben wir im Beitrag Was kostet eine automatische Gartenbewässerung? aufgeschlüsselt.

Etwas Mehraufwand entsteht nur dort, wo Wege und Terrassen unterquert werden müssen oder wo der Zugang für die Fräse eng ist – etwa bei Reihenhausgärten, die nur durchs Haus erreichbar sind. Auch das lösen wir, dann mit kleinerem Gerät und etwas mehr Handarbeit.

Wann die Nachrüstung nicht der beste Weg ist

Es gibt zwei Fälle, in denen wir zur Neuanlage raten. Der erste: Der Rasen ist ohnehin am Ende – vermoost, voller Kahlstellen, seit Jahren nicht mehr richtig grün. Dann lohnt es sich, Bewässerung und neuen Rasen in einem Zug zu machen: Die Leitungen kommen in den offenen Boden, darüber Rollrasen oder Aussaat, und die Anlage sorgt von der ersten Woche an für das Anwachsen.

Der zweite Fall: Der Garten wird sowieso umgestaltet. Wer neue Beete plant, eine Terrasse vergrößert oder Wege verlegt, sollte die Bewässerung in diesen Umbau einplanen, statt sie danach nachzurüsten. Dann liegen alle Leitungen dort, wo sie in fünf Jahren noch richtig sind.

In allen anderen Fällen gilt: Der Rasen bleibt, die Anlage kommt dazu. Wie sie danach arbeitet, lesen Sie im Beitrag Wie funktioniert ein automatisches Bewässerungssystem?

← Alle Beiträge ansehen

Lieber gleich mit dem Fachbetrieb sprechen?

Beschreiben Sie uns kurz Grundstück und Wasserquelle: Wir planen Ihre Anlage mit Hunter-Technik, montieren sie in 1–2 Tagen und erklären alles auf Deutsch.

  • Montage in 1–2 Tagen
  • Beratung auf Deutsch
  • Hunter-Partner seit 2010

Kostenloses Angebot anfordern

Kurz ausfüllen – wir melden uns mit einem unverbindlichen Angebot zurück!

Telefonnummer optional – für schnelle Rückfragen.