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Brunnen oder Trinkwasser: Welche Wasserquelle für die Gartenbewässerung?
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Bevor wir über Regner, Zonen oder Steuergeräte sprechen, stellen wir beim Aufmaß immer dieselbe erste Frage: Woher soll das Wasser kommen? Denn die Wasserquelle entscheidet über zwei Dinge, die sich später kaum noch ändern lassen – was der Betrieb der Anlage Jahr für Jahr kostet, und wie groß die einzelnen Bewässerungszonen ausfallen dürfen.
Drei Wege gibt es: der Hauswasseranschluss, ein Brunnen mit Pumpe oder eine Zisterne mit Pumpe. Alle drei bauen wir regelmäßig. Welcher zu Ihrem Garten passt, hängt von Grundstück, Wasserbedarf und dem Grundwasser unter Ihrem Rasen ab. Hier der Vergleich aus der Praxis.
Hauswasseranschluss: der einfachste Weg
Die Anlage wird an die Trinkwasserleitung angeschlossen, meist über einen Außenwasserhahn oder einen eigenen Abgang im Keller. Vorteile: Es ist sofort verfügbar, der Druck ist in der Regel stabil, und es fällt keine zusätzliche Technik an – kein Brunnen, keine Pumpe, kein Tank.
Der Nachteil steht auf der Wasserrechnung. Ein durchschnittlicher Garten mit 400 Quadratmetern Rasen braucht in einem trockenen Sommer schnell 30 bis 40 Kubikmeter Wasser im Monat. Mit Trink- und Abwassergebühren zusammen sind das in Brandenburg und Sachsen je nach Versorger 120 bis 200 Euro monatlich in der Hochsaison.
Ein Tipp, der sich fast immer lohnt: ein Gartenwasserzähler. Er misst nur das Wasser, das im Garten verbraucht wird, und für diese Menge fallen keine Abwassergebühren an – schließlich landet Gießwasser nicht im Kanal. Beantragt wird er beim örtlichen Wasserversorger; die Abwassergebühr macht oft mehr als die Hälfte des Wasserpreises aus.
Bei der Planung müssen wir den Durchfluss des Hausanschlusses kennen. Ein üblicher Anschluss liefert etwa 1,5 bis 2,5 Kubikmeter pro Stunde. Das reicht für die meisten Privatgärten, bestimmt aber, wie viele Regner gleichzeitig laufen können – und damit die Zahl der Zonen.
Brunnen mit Pumpe: einmal investieren, dann fast kostenlos gießen
Ein Gartenbrunnen fördert Grundwasser aus wenigen Metern Tiefe. Läuft er, kostet das Wasser nichts mehr außer dem Strom für die Pumpe – bei einer typischen Anlage ein paar Euro im Monat. In der Lausitz, im Oderland und rund um Berlin liegt das Grundwasser vielerorts so hoch, dass ein Rammbrunnen oder ein gebohrter Brunnen keine große Sache ist.
Zwei Dinge sollten Sie vorher wissen. Erstens: die Fördermenge. Nicht jeder Brunnen liefert genug Wasser für große Zonen mit mehreren Versenkregnern. Deshalb messen wir beim Aufmaß, was der Brunnen wirklich hergibt, und legen Pumpe und Zonengröße danach aus. Liefert er weniger, planen wir mehr, dafür kleinere Zonen. Das kostet keine Leistung, nur etwas Laufzeit am Morgen.
Zweitens: die Wasserqualität. Das Grundwasser in Brandenburg und Sachsen enthält häufig Eisen und Mangan. Man sieht es nicht, bis das erste Beregnungswasser auf hellem Pflaster oder an der Hauswand getrocknet ist. Dann bleiben braune Schleier zurück. Ein Filter vor der Anlage hält Sand und Schwebstoffe von Düsen und Ventilen fern; gegen Eisen hilft er nur bedingt. Bei stark eisenhaltigem Wasser planen wir die Regner so, dass sie Fassade und Terrasse nicht treffen, oder wir empfehlen einen Enteisenungsfilter.
Zur Technik gehört neben der Pumpe ein Druckkessel oder eine Pumpensteuerung, die den Druck konstant hält. Das Ganze sitzt frostfrei im Keller, im Schuppen oder in einem Pumpenschacht. Und das Rechtliche: Ein Gartenbrunnen ist in Brandenburg und Sachsen in der Regel bei der unteren Wasserbehörde anzuzeigen. In den meisten Fällen ist das ein Formular und kein Genehmigungsverfahren, aber es gehört erledigt, bevor gebohrt wird.
Zisterne mit Pumpe: Regenwasser vom Dach
Die Zisterne sammelt Regenwasser vom Dach in einem unterirdischen Tank, meist 5 bis 10 Kubikmeter groß. Das Wasser ist weich, kostenlos und für Pflanzen ideal. Die Pumpe fördert es aus dem Tank in die Anlage, technisch wie beim Brunnen.
Die Grenze der Zisterne ist ihr Inhalt. Ein 6-Kubikmeter-Tank ist bei einem großen Rasen in einer Hitzewoche schnell leer – genau dann, wenn es nicht regnet. Für Beete und Hecken mit Tropfleitung reicht die Zisterne oft aus; für eine komplette Rasenberegnung planen wir sie meist mit Nachspeisung aus dem Hausanschluss: Ist der Tank leer, schaltet die Anlage automatisch auf Trinkwasser um.
Sinnvoll ist die Zisterne vor allem, wenn sie beim Hausbau ohnehin eingebaut wird. Nachträglich einen Tank zu vergraben ist aufwendig und lohnt sich selten allein für die Bewässerung.
Der Vergleich
| Hauswasseranschluss | Brunnen mit Pumpe | Zisterne mit Pumpe | |
|---|---|---|---|
| Anschaffung | gering | Brunnen, Pumpe, Filter | Tank, Pumpe, Erdarbeiten |
| Laufende Kosten | Wasser- und Abwassergebühr | nur Pumpenstrom | nur Pumpenstrom |
| Wassermenge | 1,5–2,5 m³/h, verlässlich | abhängig vom Brunnen | begrenzt durch Tankinhalt |
| Wasserqualität | klar, kalkhaltig | oft eisenhaltig, Filter nötig | weich, ideal für Pflanzen |
| Aufwand | keiner | Anzeige, Bohrung, frostfreier Platz | nur beim Neubau sinnvoll |
| Passt für | kleine bis mittlere Gärten | große Rasenflächen | Beete, Hecken, Ergänzung |
Was wir in der Praxis empfehlen
Bei kleinen und mittleren Gärten bis etwa 300 Quadratmeter Rasen ist der Hauswasseranschluss mit Gartenwasserzähler meist die vernünftigste Lösung: keine Technik, kein Aufwand, überschaubare Kosten. Ab einer größeren Rasenfläche rechnet sich der Brunnen schnell – in der Lausitz und im Oderland mit ihren trockenen Sommern oft schon nach zwei bis drei Saisons. Die Zisterne ist die richtige Wahl, wenn sie ohnehin vorhanden ist oder beim Neubau eingeplant wird, am besten mit Nachspeisung.
Was Sie nicht tun sollten: die Wasserquelle nach dem Bau der Anlage wechseln. Zonengröße, Regnerauswahl und Leitungsquerschnitte sind auf Druck und Durchfluss der Quelle ausgelegt. Wer später vom Hausanschluss auf einen schwächeren Brunnen umsteigt, bekommt unvollständige Wurfbilder und braune Ecken im Rasen. Deshalb klären wir die Frage ganz am Anfang, und deshalb fragt auch unser Anfrageformular danach.
Wie die Anlage nach der Wasserquelle weitergeht – Steuergerät, Ventile, Regner, Tropfleitung – lesen Sie in unserem Beitrag Wie funktioniert ein automatisches Bewässerungssystem?. Alle drei Wasserquellen im Überblick finden Sie auch auf der Seite zur Gartenbewässerung.